Stefanie Haller, Ava Leandra Kleber

Stefanie Haller, Ava Leandra Kleber
Corporealities

Curated by Nadia Ismail
 

26.6. - 31.7.2026

Die künstlerischen Arbeiten von Stefanie Haller (*1990) und Ava Leandra Kleber (*1997) entstehen an einer Schnittstelle, an der sich der menschliche Körper, digitale Bildproduktion, Feminismus und kulturelle Erinnerung berühren. Beide Künstlerinnen beschäftigen sich mit den Bedingungen weiblicher Selbstwahrnehmung in einer Gegenwart, die zunehmend durch künstliche Intelligenz, virtuelle Bildwelten und algorithmisch erzeugte Konstruktionen von Identität bestimmt wird. 

Stefanie Haller arbeitet mit dem natürlichen Körper, in dem der biologische Kreislauf von Geburt und Tod intrinsisch enthalten ist. Während Haller das von Außen unsichtbare Innere und tief in die Psyche eingewobene Traumata sichtbar macht, fokussiert Ava Leandra Kleber den Kunstkörper. Klebers visuelle Grundlage sind weibliche, westlich geprägte Schönheitsideale aus der Pornoindustrie, in der sexueller Reize im Vordergrund stehen, nicht selten in Form eines unbehaarten, kaukasischen, rosaschimmernden jungen Körpers.

Entsprechend verweist auch der Titel Corporealities nicht einfach auf „den Körper“, sondern auf Formen von Körperlichkeit. Der Begriff öffnet einen Denkraum, in dem Körper nicht als etwas Einheitliches oder Naturgegebenes erscheinen, sondern als vielschichtig, gesellschaftlich codiert, medial geformt, kulturell gelesen.

 

Stefanie Haller (*1990) and Ava Leandra Kleber (*1997) create their art at the intersection of the human body, digital image production, feminism, and cultural memory. Both artists explore the conditions of female self-perception today, a time increasingly influenced by artificial intelligence, virtual visual environments, and algorithmically constructed identities.

Stefanie Haller works with the natural body, which inherently reflects the cycle of birth and death. She reveals the inner world—hidden from sight—and explores traumas embedded in the psyche. In contrast, Ava Leandra Kleber concentrates on the artistic body. Her visual approach is inspired by Western notions of female beauty prevalent in the pornography industry, emphasising sexual appeal often represented by a hairless, Caucasian, rosy-skinned young figure.

Accordingly, the title *Corporealities* does not only mean 'the body' but also encompasses forms of corporeality. The term opens up a space for thought in which bodies do not appear as uniform or given by nature, but as multi-layered, socially coded, shaped by the media, and culturally interpreted.

© 2025 Petra Martinetz. Alle Rechte vorbehalten. 

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